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LINKE Abgeordnete fordern Beschleunigung der Bauwende

Angesichts fortschreitender Klimakrise und Lieferkettenprobleme im Bausektor fordern die LINKEN MdA Gennburg und Kocak statt „Bauen Bauen Bauen" eine sozial-ökologische Wende im Berliner Bausektor.

Auch der Bausektor ist als Folge des russischen Angriffskrieges in der Ukraine von steigenden Energiekosten und Lieferkettenproblemen betroffen. Im gesamten Bundesgebiet kommt es daher zu Unterbrechungen im Baubetrieb.

Die LINKE Abgeordnete Katalin Gennburg, Sprecherin für Stadtentwicklung und Bauen, Umwelt und Tourismus der Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus:
„Nicht nur ist das Mantra ‚Bauen, bauen, bauen!' wenig zielführend, wenn es darum geht, die spekulationsgetriebenen Mietsteigerungen zu begrenzen. Es ist aktuell auch schlichtweg nur begrenzt umsetzbar".

Ferat Kocak,  klimapolitischer Sprecher der LINKEN Fraktion im AGH:
„Das Bauen mit konventionellen Baustoffen steht in einem Widerspruch zu den Berliner Klimazielen. Denn sie weisen aufgrund ihrer unvermeidbaren Prozessemissionen eine hohe Emissionslast auf."

Vor diesem Hintergrund sprechen sich die beiden Abgeordneten für eine verstärkte Nutzung von biobasierten Baustoffen aus regionalen Wirtschaftskreisläufen aus. Gleichwohl weist Gennburg darauf hin, dass die dahinterstehenden Industrien noch nicht in einem Maße skaliert seien, als dass sie einen relevanten Teil des Neubauvorhabens des Berliner Senats und des Bündnisses für Wohnungsneubau abdecken könnten.

Katalin Gennburg fordert daher einen umfassenden Plan für die sozialökologische Bauwende in Berlin:
 „Für die sozialökologische Bauwende in Berlin braucht es dreierlei: Kluge industriepolitische Maßnahmen, um die entsprechenden Wirtschaftszweige für biobasierte Baustoffe aufzubauen, eine wohnungspolitische Debatte darüber, was wo und für wen gebaut werden soll, sowie einen regulatorischen Rahmen, der das Bauen mit klimaschädlichen Baustoffen erschwert. Es ist vollkommen unverständlich, dass der Entwurf für die Novelle des Gebäudeenergiegesetzes immer noch nicht die sogenannte Graue Energie berücksichtigt. Der Bund muss dafür Sorge tragen, dass in Zukunft eine ganzheitliche Betrachtung von Gebäuden entlang ihres gesamten Lebenszyklus stattfindet!"

In Berlin gilt es nun, bestehende Pilotprojekte wie die Holz-Bauhütte im ehemaligen Flughafen Tegel zu forcieren und auch im Wohnungsneubau durch Landeseigene Wohnungsunternehmen verstärkt auf biobasierte Baustoffe zu setzen. Die Abgeordneten fordern, Bauherren künftig zur Anlegung eines Materialkatasters sowie zu dem Vorlegen eines Rückbauplanes zu verpflichten, um so Stoffströme besser antizipieren und ein Recycling von Baustoffen erleichtern zu können.

Ferat Koçak fordert ein Baustoff-Monitoring:
„Wir brauchen ein ernstzunehmendes Monitoring der Emissionen im Bausektor. Derzeit gibt es keine Daten über den Anteil von nachwachsenden Rohstoffen in aktuell laufenden öffentlichen Neubauprojekten und kein Emissionsmonitoring bei privaten Bauprojekten. Aber nur wenn wir wissen, was an welcher Stelle verbaut wurde, können wir effektiven Klimaschutz realisieren."